Lust aufs Morden und Klauen? – Taktiker und Bluffer an den Spieltisch

„Ohne Furcht und Adel“ ist viel Spiel und Spaß, in kleiner Schachtel für wenig Geld.

Wenn wir mal wieder ein Spiel suchen, das Witz und Überraschungen garantiert, Neulingen von Anfang an viel Spielspaß garantiert, sogar Spielmuffel aus der Reserve lockt und mit bis zu 7 Leuten zu spielen ist, kommt „Ohne Furcht und Adel“ auf den Tisch. Meuchler und Dieb gehen ihren finsteren Geschäften nach, Prediger versprechen Schutz, der König hat die erste Wahl…… Aber nun mal der Reihe nach: Ziel dieses einfachen, lustigen Kartenspieles ist es, möglichst schnell 8 Gebäude zu errichten. Der schnellste ist nun aber noch lange nicht der Sieger, denn es kommt auch noch auf den Wert der Gebäude an. Zunächst erhält jeder Spieler 2 Goldstücke und 8 nett illustrierte Bauwerkkarten.

Laut Regeln wird der älteste zum Startspieler ernannt. Er erhält als König die Kronenkarte. Jede Runde beginnt damit, dass sich die Spieler reihum, beginnend mit dem König, verdeckt eine Charakterkarte aussuchen. Ist das geschehen, ruft der König nacheinander in fester Reihenfolge die einzelnen Charaktere auf, die sich dann entscheiden müssen 2 Goldstücke oder eine Bauwerkkarte zu nehmen. Jederzeit können sie ihre Charaktereigenschaften während ihres Spielzuges einsetzen. Und dann darf natürlich auch noch gebaut werden.

Hier nun kurz die unterschiedlichen Charaktere/Rollen mit ihren wichtigsten Eigenschaften: 1. Der Meuchler – darf einen Charakter meucheln . Er weiß natürlich nicht, welcher Spieler sein Opfer sein wird, da kann es auch schon einmal vorkommen, dass es gar keinen erwischt, weil dieser, vom Meuchler gemeuchelte Charakter gar nicht vergeben wurde. 2. Der Dieb – bestielt einen Charakter und erhält damit das gesamte Gold des Bestohlenen. 3. Der Magier – darf seine Handkarten, auch bei unterschiedlicher Anzahl, mit einem Mitspieler tauschen oder er darf vom Kartenstapel im Austausch nachziehen. 4. Der König – wird in der nächsten Runde Startspieler und darf sich als Erster den Charakter aussuchen 5. Der Prediger – ist vor dem Söldner geschützt 6. Der Händler – erhält immer ein zusätzliches Goldstück 7. Der Baumeister -erhält zwei Bauwerkskarten anstatt einer und kann bis zu drei Bauwerke bauen 8. Der Söldner – darf ein Bauwerk eines Mitspielers zerstören, vorausgesetzt er kann dafür zahlen. Er muss für die Zerstörung ein Goldstück weniger zahlen, als der Gegner für die Errichtung bezahlt hat.

Das Spiel lebt davon, dass man nicht weiß, wer welche Rolle übernommen hat. Manchmal ahnt man wer sich welchen Charakter ausgesucht haben könnte, aber ein guter Bluff sorgt für viel Überraschung und Lacher. Da meint man doch seine Mitspieler zu kennen und glaubt ganz sicher an das Gold eines bestimmten Spielers zu kommen und entscheidet sich für den Dieb. Dann kommt die Überraschung. Der Dieb hat den Spieler bestohlen, der zuvor alle Geldvorräte verbraucht hatte. Dumm gelaufen, der Dieb geht leer aus.

Ohne Furcht und Adel von Bruno Faidutti, Grafik: Florence Magnin, Julien Deval, Jean-Louis Mourier, 3-7 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 60 Minuten, Hans im Glück (2000)

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