Die Säulen der Erde: Das Spiel der Baumeister
Geschrieben am 5. März 2010 um 10:44
Spätestens seitdem die „Tore der Welt“, die Fortsetzung des Romans „Die Säulen der Erde“ von Ken Follet erschienen ist, ist Kingsbridge wieder in aller Munde. Auch Spieler, die einem neuen Spiel noch widerstehen konnten, sind jetzt wieder von dem Mittelalter-Virus befallen. Für Liebhaber historischer Literatur ist es eine reizvolle Ergänzung sich mal selbst für 1,5 bis 2 Stunden dem mittelalterlichen Kathedralenbau zu widmen. Es ist kein Muss die Bücher zu kennen. Wer “Die Säulen der Erde” gelesen hat, wird begeistert sein, wie geschickt die Spiele-Autoren Stefan Stadler und Michael Rieneck diesen dicken Wälzer als Spiel umgesetzt haben. siehe hier. Die Autoren haben es geschafft, in einem sehr stimmigen Spiel viele Figuren des Buches, Intrigen und Machtkämpfe unterzubringen . Das Spiel ist in jeder Hinsicht ein Knüller.
Der Spielplan ist wunderschön gestaltetet. 75 grafisch stimmige Karten sowie 12 Baumeisterfiguren, 82 Baustoffe, 9 Anzeigescheiben und die sechs Kathedralenteile aus Holz erfreuen jeden Spielästeten. DasSechs Runden, die sich in jeweils drei Handlungsphasen unterteilen, lang gilt es, die besten Handwerker, Baumeister und einflussreichen Persönlichkeiten dazu zu bringen, ihre jeweilige Kompetenz, aber auch deren Einfluss für sich zu nutzen.Es geht darum geschickt seine Handwerker und Arbeiter einzusetzen, Rohstoffe zu erwerben, zu nutzen oder auch zu verkaufen. Die Spieler übernehmen die Rolle der Baumeister. Zufällige Ereignisse helfen oder hindern die Baumeister. Wer am Ende, wenn die Kathedrale fertig in den Himmel ragt, die meisten Siegpunkte erzielen konnte, gewinnt nicht nur das Spiel, sondern auch Ruhm und Ansehen.
Wie so häufig bei komplexeren Spielen glaubt man anfangs von den Regeln erschlagen zu werden. Es lohnt sich, dem Rat der Herausgeber zu folgen und einfach anhand der Spielanleitung los zu spielen. Beim ersten Spiel kann man ohnehin noch nicht in die Trickkiste greifen, lernt man doch erst die Handwerker und einflussreichen Persönlichkeiten kennen, die es zu seinem Vorteil zu nutzen gilt. Ein Spiel geht über 6 Runden, die sich in 3 Spielphasen gliedern. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht, da der Ablauf sich immer wiederholt.
Besonders hervorzuheben ist hier nochmals das Spielbrett. Es ist so gestaltet, dass der Rundenablauf schon vorgegeben ist. Trotz der vielen Möglichkeiten, die die Baumeister zur Verfügung haben, kann man sich vom Spielbrett führen lassen. Also spätestens in der 3. Runde haben auch Wenig-Spieler den Spiel-Mechanismus kapiert und das Spiel hat sie gepackt. Spätestens dann entwickelt auch jeder seine eigene Taktik: „Sehe ich lieber zu Gold zu erwerben oder setze ich lieber gleich auf Siegpunkte, vertraue ich dem Glück oder versuche ich mich abzusichern?“ Je nach Spielernatur sind viele Varianten möglich. Das Spiel ist für 2 bis 4 Spieler vorgesehen. Wir haben es schon in allen Kombinationen gespielt. Es ist zu zweit möglich, aber da fehlt einem einfach die Konkurrenz und die belebt doch bekanntlich das Geschäft – hier eben das Geschehen. Zu zweit kommt das Spiel dann doch eher etwas langweilig rüber. Empfehlenswert sind 3 bis 4 Kathedralenbauer. Dann sind jedenfalls Spielspaß und Vielfalt garantiert.
